Sadhus

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Über die Sadhus

Die Sadhus sind die heiligen Männer des Hinduismus. Ihr Ziel ist es, durch die Überwindung alles Weltlichen, aller körperlichen Bedürfnisse zur spirituellen Erleuchtung und Erlösung zu gelangen, sowie die Befreiung von Tod und Wiedergeburt zu erreichen. Sie glauben auch, dass diese Welt eine Illusion ist und alles, was sie beinhaltet, keine Realität ist.

Sie wenden sich deshalb von den Werten dieser Welt ab, büßen über ihr ganzes Leben, sind ständig auf Pilgerfahrt und leben asketisch. Weltliche Werte sind ihnen gleichgültig. Lediglich ein Wassergefäß, ein Stock, eine Decke sowie ein Lendenschurz und eventuell einen Dreizack als Zeichen Shivas sind ihre weltlichen Habseligkeiten. (Ausnahmen bestätigen die Regel)
Ihre Haut reiben sie mit weißer Asche oder Staub ein, zum Zeichen, dass sie aus Staub gemacht ist und wieder zu Staub zerfällt. Seinen Lebensunterhalt erhält er von Gläubigen, die für die Sadhus sorgen. Die "Stars" unter den Sadhus erhalten erhebliche Geldgeschenke, wie ich auf den Melas selbst beobachten konnte. Die Mehrheit der Sadhus folgt dem Gott Shiva. Sie tragen einen Dreizack mit sich und 3 Striche auf der Stirn. Wenn ein Sadhu z.B dem Gott Vishnu folgt, so macht er sich ein anderes Zeichen auf die Stirn. Viele der Sadhus tragen auch Tücher oder Roben in den Farben der aufgehenden Sonne - Orangentöne - oder die Farben weiß und gelb als Zeichen Ihrer Reinheit. Manche tragen nichts, sie sind nackt!

Die ersten Jahre ihres Sadhulebens verbringen sie mit Ihren Gurus zusammen und lernen Yoga. Um Ihre Entsagung und ihre Verehrung für die Gurus auszudrücken, rasieren sie sich ihre Haare ab. Wenn sie die geistigen und die Yogakünste erlernt haben, verlassen sie ihre Gurus und gehen auf Pilgerfahrt, bleiben aber nicht lange an einem Ort. Jetzt lassen sie ihre Haare lang wachsen und drehen sie zusammen. Ich selbst habe Sadhus mit 2 Meter langen Haaren gesehen. Die Sadhus glauben daran, dass die Bewegung den Körper und Geist am Leben erhält. Wenn man am selben Ort bleibt, führt das zur Trägheit.

Wenn ein Sadhu an einem neuen Ort ankommt macht er als erstes ein Feuer und steckt seinen Dreizack oder einen Metallpflock am Rand des Feuers ein. Er macht so seinen neuen Ort "rein".

Stirbt ein Sadhu, so wird er nicht beerdigt und nicht verbrannt, sondern er wird in einen heiligen Fluss geworfen, z.B. in den Ganges. Ich selbst habe etlichen tote Sadhus im Ganges treiben sehen.

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