Organisation
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Der Höhepunkt der Maha Kumbh 2001 ist zweifelsohne der
"Mauni Amavasya- Badetag" am 24. Januar.

Für diesen Tag werden etwa 20 Mio. Pilger erwartet.
Tatsächlich sollen es, nach Angabe des Informationsofficer S.M.Kumar, zwischen 20-30 Mio. gewesen sein.

Die ganze Organisation wird vom Uttar Pradesh Goverment organisiert und auch bezahlt.
Der Kopf der Organisation ist der Bürgermeister Mr. Jiwesh Nandan, der größten Stadt der Welt. (Dies war Allahabad, zumindest für einige Tage.)

In Europa nicht möglich ...

In Europa wäre so eine Menschenansammlung mit über 70 Mio. Menschen
innerhalb von 40 Tagen bestimmt nicht machbar.
Dies ist nur in Indien/Asien möglich.
Hier sind die Menschen einfach anspruchsloser.

Die Anreise erfolgt in überfüllten Zügen und
Bussen oder sonst mit einem Gefährt.

150 im Bus, 50 auf dem Dach ...

3 Räder und 25 Menschen

Muskelkraft und 7 Menschen
Feldküche

 

Das Brennmaterial, Holz oder getrockneter Kuhdung, wird selbst mitgebracht, ebenso der "Kochherd", im einfachsten Fall 2 Ziegelsteine oder halt mehr, wenn es komfortabel zugehen soll und die zu bekochende Gruppe größer ist. Das Essen - Reis, Mehl und Gemüse - wird ebenfalls mitgebracht, Fleisch ist verboten. Wasser gibt es auf dem Gelände in ausreichender Menge, dazu wurden extra für das Ereignis 140 Kilometer Wasserleitungen neu verlegt.

Übernachtung im Freien

Die Menschenmassen übernachtenan den "großen Badetagen" im Freien, auf selbst mitgebrachtem Stroh oder nur in eine Decke gewickelt im Sand des Ganges - "bettes".Die Übernachtungskomfortlösung heißt Zelt und ist in den kalten Nächten, bei Temperaturen bis zum Gefrierpunkt, sehr zu empfehlen. Insgesamt sind über 45.000 Zelte aufgebaut, eingeteilt in 11 Sektoren, und verteilt auf 15 km² sandigem Hochwasserbett des Ganges und der Yamuna.


Wegweiser zu Pferd

Sicherheit dank 50.000 Helfer

Für die Sicherheit der Massen und Lenkung der Menschenströme sind insgesamt 50.000 Helfer eingeteilt, davon allein 30.000 Polizisten, die in 12 Polizeistationen auf dem Gelände aufgeteilt sind.
Die Polizisten haben anscheinend klare Anweisungen erhalten, "Ausnahmen" werden keine gewährt und der Schlagstock wird nicht nur zum Herzeigen benutzt. An den Brennpunkten sitzt die Polizei auf Pferden, furchteinflößend aber mit gutem Überblick, auf den Flüssen ist sie mit Booten präsent, Wasserschutzpolizei und alle 20 m ein Rettungsschwimmer. Das habe ich auf den ersten Blick nicht glauben wollen.

17.000 Toiletten im Einsatz


Wichtige Einrichtung .

Unglaublich auch die "Lösung" eines weiteren, sehr wichtigen Problems.
Wenn 70 Mio.Menschen essen und trinken, muss jeder im Normalfall, einmal groß und mehrmals klein am Tag. Man sollte diesen Fall nicht in Bildern beschreiben, aber da kommt ein riesiger Berg zusammen. Zu diesem Zweck werden an allen möglichen und unmöglichen Stellen Sandlöcher gegraben und mit Sackleinen oder Wellblech ummantelt. Wegweiser sind zur Orientierung nicht notwendig!

Überraschender Weise sind immer wieder "Komforttoiletten" aufgestellt. Porzellanschüsseln wurden in den Sand gestellt, Abwasserrohre zum Ganges verlegt, und das mit fließendem Wasser incl. der Möglichkeit sich die Hände zu waschen. Da habe ich mir manchmal gedacht, wo bin ich hier eigentlich. Inder lassen sich aber ungern reglementieren und die Mehrzahl der Pilger ist offensichtlich Landbevölkerung, d.h. das große Geschäft wird mit Vorliebe im Freien am Fluss im Morgengrauen verrichtet. Warum ich das weiß? Im Morgengrauen habe ich auf die Prozessionen gewartet und als Nebeneffekt konnte ich Tausende von Indern bei "der Arbeit" beobachten, zwangsweise sozusagen.

 

Vorsicht Falle ...

Ein kleines Erlebnis am Rande:
Ich stehe in der 2. Reihe und photographiere gerade die Prozession der Baba´s, als ich merke wie ich langsam in den Boden einsinke und immer "kleiner" werde. Es dauert eine Weile, bis es mir dämmert, dass ich auf einer weichen zugeschütteten ehemaligen Latrine stehe. Ein Schritt zur Seite und ich stehe wieder auf festem Boden und photographierte weiter.

 


flächendecken Informationsberieselung

24 Stunden flächendeckende Informationsberieselung

Das gesamte Gelände, ist die ganze Nacht beleuchtet und für die Stromversorgung sind ca. 400 km Kabel verlegt und riesige Generatoren in Stellung gebracht worden . An den Strommasten hängen flächendeckend Lautsprecher, an denen rund um die Uhr Durchsagen getätigt wurden, in indischer Lautstärke, d.h. sehr sehr laut. Einen Pilger stört so etwas nicht, nur die empfindlichen Europäer können trotz Ohropax nicht schlafen. Die Durchsagen behandeln zu 90% das Problem "Lost and found". Und zwar geht es hierbei um Personen, die sich auf dem Gelände verloren haben. Andere Durchsagen beziehen sich auf geänderte Abfahrtszeiten von Zügen und Bussen.

Zusammenhalt ...

Nur in Gruppen unterwegs

Ein weiteres wichtiges Thema ist: "wie verliere ich meinen Mitpilger nicht im Gewühl". Ich habe den Eindruck, dass die überwiegende Mehrzahl der Pilger vom Lande angereist kommt. Sie wandern mit vorsichtigen Schritten, großen, dunklen Augen etwas verschreckt durch die Mengen.
Aber sie sind unglaublich findig, wenn es um ihren Zusammenhalt geht.

 
Wachpersonal


In meinen Augen die perfekteste Methode, ein langes buntes Seil um die ganze Gruppe und der Anführer steuert das "Schiff" durch das Menschenmeer.

Andere Methoden, wie bunte Wimpel an langer Stange, Seil in der Mitte, an dem sich jeder festhält, oder alle Gruppenmitglieder mit gleicher Kopfbedeckung sind nicht so effektiv. Gelagert und gegessen wird ebenfalls in Gruppen, gebadet ebenso, wobei die Nachhut das Gepäck und die ausgezogenen Kleidungsstücke bewachen muß.

Nahezu perfekte Organisation

Mein ganz persönlicher Eindruck von 14 Tagen Kumbh Mela, eine insgesamt hervorragende Vorbereitung und eine nahezu perfekte Organisation. Ich hätte das im Vorfeld nicht für möglich gehalten. Respekt!

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