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Vorgeschichte |
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Vom heiligen Prayag, dem heutigen Allahabad, habe ich zum ersten mal mit 18 Jahren Notiz genommen und zwar im Zusammenhang mit einem Bericht von der Kumbh Mela, das war etwa 1965 und dies war damals eine "große" Kumbh-Mela. Ich bewunderte und prägte mir ein: bunte Fotos in einer Zeitschrift über die vielen Pilger, die nackten Sadhus, die Gurus und die Pontonbrücken,die Menschenströme auf den Brücken und auf dem Land und die rauchgeschwängerte Luft, genährt von vielen tausend Kochfeuern. Beim betrachten der Bilder spürte ich den aufdringlichen Wunsch mir dieses Ereignis einmal selbst anzusehen. 1977 und 1989 war ich durch andere "wichtige" Dinge verhindert, in Wirklichkeit hatte ich die Kumbh-Mela schon ganz vergessen.
Dies änderte sich jedoch schlagartig, im Lauf meiner ersten Indienreise 1997, als ich Ende Februar eher zufällig in Allahabad landete und die Gelegenheit wahrnahm das leere Melagelände und den Zusammenfluß von Ganges und der Jamuna am heiligen "Sangam" zu besuchen.Zufällig begegnete ich dem einzigen letzten noch verbliebenen Sadhu, der vergangenen "kleinen" Mela . Er trug einen Lendenschurz, seine Haut war mit weißer Asche beschmiert, er trug eine Dreizack, das Zeichen Shivas, sowie ein Kochgeschirr und er war auch sonst ein freundlicher und zufriedener Mensch. Ich habe mich mit ihm ins "Gespräch" vertieft und wir haben uns gegenseitig versprochen, uns im Januar 2001 zur Maha Kumbh Mela hier am Sangam wieder zu treffen.
Soweit die Vorgeschichte. Ich wäre jedoch umsonst in Deutschland geboren und wäre meinem Beruf als Bauingenieur nicht gerecht geworden, wenn ich diesen Besuch nicht ordentlich vorgeplant hätte. So führt eine Vorbereitungsreise im November 2000 wieder nach Allahabad. Mögliche Fotographierstandorte wurden ausfindig gemacht, das Gelände eingeprägt, ein Hotel im Stadtzentrum gebucht, die Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangsplätze festgestellt, den Aufbau der Brücken beobachtet und die sonstigen Infrastruktureinrichtungen fotographiert, etc. etc...
Von diesen eher langweiligen Tätigkeiten habe ich mich durch einen Besuch in Varanasi und dem Tigerpark von Ranthambora prächtig ablenken lassen. Der Höhepunkt dieser Vorbereitungsreise war die Autoreise auf Nebenstrecken, in nördlicher Richtung, nach Pushkar zum dortigen Viehmarkt, Jahrmarkt, Handelsausstellung und Touristentreff, alles in einem. Daß der Ursprung dieses Festes ebenfalls auf eine Mela (Pilgerreise) zurückzuführen ist, gehört zu den weniger bekannten Tatsachen.
Das Ziel der ebenfalls massenweise anzutreffenden Pilger, ist der heilige See inmitten von Pushkar. Dieses Ereignis alleine ist schon eine Reise wert. Begleitet wurde ich auf allen meinen drei Indienreisen vom zuverlässigen Fahrer und Guide Rajkumar der sich nicht nur im Auto elegant durch das Verkehrsgewühl schlängelt, sondern auch im richtigen Leben.
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