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Spaziergang
über das |
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Hunderte Friseure bei der Arbeit Für die Grundbedürfnisse der Pilger ist weitgehend gesorgt, 40.000 - 50.000 Zelte aufgebaut, genügend Wasserzapfstellen, einige Essensküchen, Devotionalienläden, angeblich 17.000 Toiletten, etc.... und Frisöre. Viele der Pilger lassen sich zum äußerlichen Zeichen ihrer Pilgerreise die Haupthaare und den Bart abrasieren, mit Ausnahme eines kleinen Haarbüschels am Hinterkopf. Nun gibt es auf der Mela keine Friseursalons, sonder nur ein durch einen Zaun abgeteiltes Gelände, ca. 2.000 m² groß. Hier setzten sich Friseurmeister und Klient in Hockstellung Aug in Aug gegenüber. Der Friseur benötigt einen Wasserkanister und ein scharfes Messer und eine ... ruhige Hand. Nicht immer, denn ich sehe etliche blutige Glatzen. Die Haare werden kräftig mit Wasser eingerieben (kein Shampoo) und dann abrasiert, ebenso der Bart (keine Rasiercreme). Hinterher wird alles mit Wasser abgespült und fertig. Preis, ca. 5 Rupis (das wären 25 Pfennige). Übrig bleiben riesige Ballen von verschiedenst farbigen Haarbüscheln. Sie bleiben liegen, bis der nächste kräftige Wind sie in den Ganges treibt. |
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Tägliche Prozessionen Das Melagelände wird von breiten Hauptverkehrsadern durchzogen, von diesen zweigen dann kleinere Wege ab die zu den Ashrams führen oder zu den Akharas oder zu den Stellen an denen die Gurus und Sadhus ihre Zelte aufgebaut haben. Auf diesen Hauptverkaufswegen spielt sich allerhand Illustres ab, besonders die täglichen Prozessionen der heiligen Männer und ihrer Anhänger. Etliche junge Sadhus, welche bekannt werden wollen, präsentieren sich dort der Menschenmenge, z.B. der Sadhu, der sich auf ein Nagelbett legt und sich mit einem Dornenstrauch zudeckt oder ein anderer, der sich mit einem Spieß die Zunge oder die Wangen durchbohrt. Ein Jahrmarkt der Newcomer. Sie schielen natürlich auch auf das Geld der Pilger und meine Fotos möchten sie gerne bezahlt haben. Es spricht auch nichts dagegen!
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Die Elefanten durften an den Prozessionen nicht teilnehmen, mit der Begründung: aus Umweltschutzgründen nicht erlaubt. Ich habe dreimal nachgefragt, da ich es nicht glauben konnte. |
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Machtpotential auf der Kumbh Mela
Ein paar Meter weiter wohnen die Sadhus, unter ihnen auch jene heiligen Männer die jahrelang stehen ohne zu sitzen oder den Arm 12 Jahre in die Luft strecken ohne ihn jemals abzusetzen. Der Arm ist schon fast abgestorben, die Gelenke versteift, die Finger der Hand ineinander gewachsen. Die Fingernägel haben sich über die Jahre gedreht und sehen aus wie braune Korkenzieher. Hier in dieser Gegend wird kräftig Rauschgift konsumiert und viele sind high, bzw. befinden sich in "geistig erhöhender" Verfassung. |
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24 Stunden Bewegung auf dem Gelände Die Kumbh Mela kommt
nie zur Ruhe, sie bewegt sich immer, Tag und Nacht, 24 Stunden. Ständig
ist ein Kommen und Gehen, Baden oder der Uferwechsel auf den Pontonbrücken.
Ständig schrillen aus den Lautsprechern Durchsagen über verloren
gegangene Personen oder geänderte Abfahrtszeiten von Sonderzügen.
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| Mitten in der Nacht eine Prozession mit lauter Blasmusik, dann werden aus einem Ritual heraus tausende schwimmende Talglichter dem Fluss anvertraut, welche den Fluss in der Nacht zu einem Glitzerstrom werden lassen. Es liegt eine Rauchwolke über dem Gelände von tausenden von Kochfeuern. Niemals Ende, niemals Ruhe, das ganze steigert sich an den großen Badetagen zum Inferno. Nachts ist keine Stelle im Freien mehr unbelegt zum schlafen, und tags sieht man die Ufer vor lauter Menschen nicht mehr. | ||||
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Und dann, als hätte jemand einen Schalter umgedreht, ändert sich die Richtung. Mit der selben unglaublichen Gelassenheit gehen die Menschen, nach Ihrem Bad, wieder nach Hause. Sie nehmen Ihre Decken und Stroh auf dem sie geschlafen haben wieder mit, packen die Ziegelsteine (= Kochherd) und restliches Brennmaterial ein und füllen nochmals ihre Wasserkanister mit Gangeswasser für zu hause. Es wird wieder ruhiger, bis zum nächsten großen Badetag. So atmet die Kumbh Mela im Rhythmus des religiösen Kalenders und die Pilger haben sich ihm zu unterwerfen. |
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